Karpfenblog, Saisonstart mit Hindernissen

Saisonstart mit Hindernissen

In diesem Bericht erfahrt Ihr wie mein Saisonstart 2017 abgelaufen ist und welche Hindernisse vor der ersten Karpfensession zu bewältigen waren.


Nachdem der kälteste Januar seit vielen Jahren überstanden war überzog so ziemlich alle Gewässer in meiner Gegend eine dicke Eisschicht. Allein das kleine Fließwasser war an wenigen Stellen noch teilweise eisfrei. Unter diesen Bedingungen war nicht daran zu denken unseren Freunden den Karpfen nachzustellen. Wenn ich in dieser Zeit am Wasser anzutreffen war versuchte ich einen Raubfisch oder eine Aalrutte zum Biss zu überreden.

Los geht’s…oder doch nicht?

Ende Februar änderte sich das Wetter und warmer Wind und Regen sorgte dafür, dass das Eis von den stehenden Gewässern verschwand. Eine Woche nachdem die letzte Eisscholle vom See verschwunden war, mittlerweile war es Anfang März, wurde ich von einem Kumpel kontaktiert, ob wir am Wochenende den ersten Ansitz wagen wollten. Gern wäre ich dabei gewesen, doch leider hatte mein Arbeitgeber andere Pläne mit mir und so musste ich widerwillig die Angelrute gegen den Schraubenzieher tauschen. Also musste ich meinen Saisonauftakt um eine Woche nach hinten verschieben.

Jetzt aber…

Die ersten Fangmeldungen von Freunden trafen ein und die eigene Planung war in vollem Gange. Der Spot wurde mit etwas Futter vorbereitet und dann der Supergau. Einen Tag bevor es ans Karpfengewässer gehen sollte wurde ein Arbeitskollege krank und jemand musste seinen Platz einnehmen. Zum Glück konnten meine beiden anderen Kollegen und ich es so regeln das ich am Donnerstag die Spätschicht übernahm und dafür am Freitag meinen Feierabend wie geplant einhalten konnte.

Tag 1

Am Freitag war es endlich soweit. Mein Kumpel Flo begann gerade damit seinen Brolly aufzubauen als ich an dem von uns anvisiertem Platz ankam. Auch ich begann damit, das erste Mal für 2017 mein 1-Mann Bivvy am Ufer der Kiesgrube aufzuschlagen. Nachdem unsere Behausungen an Ort und Stelle sowie gut eingerichtet waren, wurden auch schon die Ruten montiert und ausgelegt. 



Ich entschied mich dafür eine Rute mit einem einzelnen Surprise Boilie an den vorgefütterten Spot zu platzieren. Meine zweite Rute legte ich mit einem Podded Hookbait in Verbindung mit einem PVA Sack gefüllt mit Yellow Jumper Stick Mix vor ein paar überhängenden Büschen aus. Zu meiner Verwunderung dauerte es keine 30 Minuten bis mein Bissanzeiger an genau dieser Rute seine ersten zaghaften Piepser von sich gab.



Kurz darauf konnte ich den ersten 2017ner Spiegelkarpfen über die Maschen ziehen. Die Größe des Fisches spielte gar keine Rolle, denn meine Freude über diesen Karpfen war riesig. Durch die schnelle Aktion waren wir voller Zuversicht, dass es ein super Saisonstart werden würde. Einzelne Piepser unserer Bissanzeiger verrieten uns, dass wir Fische an unseren Plätzen hatten und kurz vor Sonnenuntergang sollte dann auch mein Kumpel seinen ersten Fisch dieser Session überlisten können. In den nächsten zwei Stunden folgten zwei weitere Karpfen. Ein Schuppenkarpfen mit 10 Pfund, der dem Snowman von Flo nicht wiederstehen konnte und ein Spiegelkarpfen mit 12 Pfund der an meinen Podded Hookbait nicht vorbei kam. Hoch motiviert verzogen wir uns in unsere Schlafsäcke, in Gedanken standen wir schon wieder hinter den Ruten und drillten.



Der Morgen danach…

Ernüchterung machte sich breit als wir nach einer ruhigen Nacht unseren weißen Angelplatz begutachteten. Über Nacht waren die Temperaturen unter den Gefrierpunkt gefallen. Nichts desto trotz, wir waren guter Dinge über den Tag verteilt noch den ein oder anderen Karpfen überlisten zu können. Also wurde erst mal Kaffee gekocht. 


Danach kontrollierte jeder seine Ruten und schließlich widmeten wir uns dem Frühstück. Wir genossen die Ruhe in der Natur und die warmen Sonnenstrahlen. Die Karpfen taten es uns womöglich gleich, denn unsere Köder ließen sie links liegen. Um zu überprüfen, ob wir es noch konnten, begannen wir ca. 1,5h vor Sonnenuntergang unser Abendessen zu kochen. Es sollte Tortellini mit Käse-Sahnesoße geben, dazu ein Glas Rosé. Mit vollem Magen waren wir uns einig, wir hatten es nicht verlernt. Leider schwiegen die Bissanzeiger weiterhin.



Nachdem die Sonne verschwunden war genehmigten wir uns noch die ein oder andere Tasse Glühwein, bis es dann endlich soweit war und Flo´s Fox die Stille der Nacht durchbrach. Eine Stunde später als wir es uns gerade in den Schlafsäcken gemütlich gemacht hatten meldete sich auch meine Rute mit dem Surprise Boilie. Ein weiterer Spiegelkarpfen war auf der Habenseite, dieser lies auf der Abhakmatte zu erkennen das ihm die Surprise Boilies wohl mundeten. Auch diese Nacht zeigte Väterchen Frost das er immer noch Kraft hatte, deswegen war ich froh als die Rute neu lag und ich wieder in meinen Schlafsack konnte.

Aufbruch…

Der zweite und letzte Morgen dieser Session war angebrochen und außer einer großen Brachse, die Flo aus seinem Schlafsack holte, konnten wir keine Aktivität mehr verbuchen. Zum Glück traf die Wettervorhersage vom Vortag mal wieder nicht zu und statt dichter Bewölkung begrüßte uns wolkenloser Himmel und Sonnenschein. Nach dem Morgenkaffe begannen wir langsam unser Tackle zusammenzupacken und nachdem die Sonne unsere Zelte getrocknet hatte begaben wir uns auf den Heimweg. Eines ist sicher wir waren das erste Mal hier, doch bei weitem nicht das letzte Mal!




Ich wünsche euch allen viel Erfolg & Erholung am Wasser!
Scharni


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